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140 Projekte beim 4. REVIERPIONIER Ideenwettbewerb ausgezeichnet

Die Preisträgerinnen und Preisträger des REVIERPIONIER Ideenwettbewerbs 2026 stehen fest: Eine Jury mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen wählte aus den rund 600 eingereichten Ideen im vierten Wettbewerbsjahr insgesamt 140 Projekte zur Prämierung aus.

Ministerpräsident Sven Schulze: „Mich beeindruckt immer wieder, mit wie viel Herzblut die Menschen im Mitteldeutschen Revier ihre Heimat gestalten. Die besten Ideen entstehen dort, wo Menschen an ihre Region glauben und Verantwortung übernehmen. Genau das erleben wir beim REVIERPIONIER Jahr für Jahr. Dafür danke ich allen, die sich mit ihren Ideen und ihrem Engagement für andere einsetzen. Dieses Miteinander macht unsere Heimat stark. Und es zeigt: Die Zukunft unseres Sachsen-Anhalts entsteht dort, wo Menschen anpacken und etwas bewegen wollen.“

Dr. Jürgen Ude, Staatssekretär für Strukturwandel, ergänzt: „Besonders gespannt war ich in diesem Jahr auf die Ideen in der Kategorie ZUKUNFTGESTALTEN. Denn die Weichen, die wir heute stellen, bestimmen die Chancen kommender Generationen. Kinder und Jugendliche werden den Strukturwandel nicht nur begleiten, sondern seine Zukunft gestalten – ihre Ideen sind deshalb von unschätzbarem Wert.“

Von den prämierten Projekten entfallen 33 auf den Landkreis Anhalt-Bitterfeld, 31 auf den Landkreis Mansfeld-Südharz, 27 auf den Landkreis Saalekreis, 27 auf die Stadt Halle (Saale) und 22 auf den Burgenlandkreis. Der Ideenwettbewerb wird im Rahmen des Bundesprogramms „Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten - STARK“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Es stehen jährlich Preisgelder in einer Gesamthöhe von einer Million Euro zur Gestaltung des Strukturwandels zur Verfügung.

In der Kategorie REVIERGESTALTEN wurden 64 Projekte im Bereich gesamtgesellschaftliches Engagement prämiert. In der Kategorie von und für Kinder und Jugendliche (ZUKUNFTGESTALTEN) konnten ebenfalls 65 Projekte die Jury überzeugen. 10 Geschäftsideen werden in der Kategorie GRÜNDERGESTALTEN prämiert. In der Kategorie LOKALGESTALTEN – der Publikumspreis erhalten 15 Projekte eine zweite Chance auf eine Prämierung. Dabei können Bürgerinnen und Bürger ihren persönlichen Favoriten vom 30. Juli bis 18. August 2026 per Online-Abstimmung unter www.revierpionier.de wählen. Je Landkreis bzw. Stadt erhält eine Projektidee den Publikumspreis.

Mit dem Sonderpreis ZUKUNFTSPIONIERE werden in diesem Jahr erstmalig Einreichungen von Minderjährigen in der Kategorie ZUKUNFTGESTALTEN ausgezeichnet. Dabei erhalten besonders kreative und zukunftsorientierte Projektideen junger Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen individuell auf sie abgestimmten Sachpreis, z.B. einen Workshop. Insgesamt wurden im vierten Wettbewerbsjahr 11 Ideen von Minderjährigen prämiert.

Die Auswahl des Sonderpreises erfolgte durch die Jury auf Grundlage aller von Minderjährigen eingereichten und im Wettbewerb prämierten Projektideen. Die Bekanntgabe der Publikumspreise sowie des Sonderpreises ZUKUNFTSPIONIERE erfolgt zur feierlichen Preisverleihung am 22. August 2026 in Zerbst/Anhalt.

Alle Preisträgerinnen und Preisträger werden per E-Mail über den Stand ihres eingereichten Projektes informiert. Eine Übersicht der prämierten Ideen sowie die künftig veröffentlichten Projektdokumentationen können unter www.revierpionier.de eingesehen werden.

 

Bürgerinnen und Bürger gestalten Strukturwandel

Zivilgesellschaftliches Engagement ist ein zentraler Motor für die Gestaltung des Strukturwandels. Durch das Engagement von Initiativen, Vereinen und lokalen Akteurinnen und Akteuren entstehen vielfältige Lern- und Erfahrungsräume, in denen Zukunft gemeinsam gestaltet und gesellschaftlicher Wandel unmittelbar erlebbar wird.

Nach der Idee einer minderjährigen Person entwickeln Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen beim Projekt „WAGEO –grüner Wasserstoff und Geothermie“ in Mansfeld-Südharz eine mobile Demonstrationsstation für erneuerbare Energien. Durch die praxisnahe Erzeugung, Speicherung und Nutzung von grünem Wasserstoff sowie den Umbau eines Go-Karts auf Wasserstoffantrieb machen sie innovative Energietechnologien erlebbar und stärken ihr Verständnis für die Energiewende. Das Projekt wird durch den Verein für Integration, Beschäftigung und Soziales e.V. umgesetzt.

In Anhalt-Bitterfeld setzt Preisträger Bernd Rothe in Pouch das Projekt „KI ist dein Freund“ um. Dabei stärken Seniorinnen und Senioren ihre digitalen Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. In einer sechsmonatigen Seminarreihe erarbeiten sie gemeinsam praxisnahe Anwendungsbeispiele, reflektieren Chancen und Risiken und entwickeln einen verständlichen Leitfaden zur sicheren KI-Nutzung, der sowohl digital als auch in gedruckter Form veröffentlicht wird.

Mit dem Projekt „Kleine Pioniere – große Pläne: Kita-Baustelle der Zukunft“ erleben Kinder der Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ (Wallwitz) im Saalekreis den Strukturwandel ihrer Region auf spielerische und praxisnahe Weise. Nach einer Idee von Lydia Wittig planen und gestalten sie in einer offenen Lern-Baustelle eigene Bauprojekte mit nachhaltigen Materialien und kindgerechtem Werkzeug. Gemeinsam mit Eltern und lokalen Handwerkern erhalten sie Einblicke in handwerkliche und technische Berufe und setzen reale Vorhaben um.

Im Burgenlandkreis schafft die Kindertagesstätte „Haus unserer Kinder“ (Plotha) mit dem Projekt „HÖRT – Der Hortrat“ eine feste Plattform für Mitbestimmung und Beteiligung. In demokratisch gewählten Gremien bringen die Hortkinder dabei ihre Ideen und Anliegen ein, entwickeln gemeinsam Projekte für ihren Hortalltag und übernehmen Verantwortung für deren Umsetzung. So werden demokratische Kompetenzen, Gemeinschaftssinn und die aktive Mitgestaltung des Lebensumfelds von Kindern nachhaltig gestärkt.

In der Stadt Halle (Saale) setzt der Verein kunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt e. V. das Projekt „Lehm verbindet – Bildung und Begegnung auf dem Bauspielplatz“ um. Dabei entdecken Kinder und pädagogische Fachkräfte Lehm als nachhaltigen Baustoff und setzen ihn in einem praxisnahen Bildungs- und Bauprojekt ein. Nach einer Fortbildung für Mitarbeitende wird gemeinsam mit Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren ein Lehm-Pizzaofen im Gemeinschaftsgarten errichtet. Das Projekt verbindet Umweltbildung, handwerkliches Lernen und soziale Begegnung und schafft einen langfristig nutzbaren Ort für Austausch und gemeinschaftliche Aktivitäten im Quartier.

 

Hintergrundinformationen
Der Wettbewerb wird im Rahmen des Förderprogramms „Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten – STARK“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert.

Die Umsetzung des Ideenwettbewerbs erfolgt über die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland (EMMD). Im länderübergreifenden EMMD-Netzwerk engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für den Ideenwettbewerb koordiniert das Aufbauwerk Region Leipzig die Auszahlung der Preisgelder.

Weiterführende Informationen:

Website Strukturwandel Sachsen-Anhalt

Website Metropolregion Mitteldeutschland