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Kooperationsvereinbarung & Büros auf Hochschul-Campus Merseburg

Nächster Schritt zum Aufbau des künftigen Chemie-Großforschungszentrums CTC in Sachsen-Anhalt: Im Beisein von Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann ist heute eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem „Center for the Transformation of Chemistry“ und der Hochschule Merseburg unterzeichnet worden.

Sie schafft den Rahmen für gemeinsame Aktivitäten in Forschung, Lehre, Technologietransfer, Nachwuchsförderung und Standortentwicklung. Um die vereinbarte Zusammenarbeit mit Leben zu füllen, sind heute auch die ersten CTC-Büros eröffnet worden. Mit bis zu zehn Arbeitsplätzen schafft das Forschungszentrum eine dauerhafte Präsenz auf dem Merseburger Hochschulcampus, um durch kurze Wege und direkten Austausch den Wissens- und Technologietransfer zu beflügeln.


Die Kooperationsvereinbarung umfasst die gemeinsame Entwicklung und Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die Einwerbung von Drittmitteln, den Austausch von Forschenden und Lehrenden sowie gemeinsame Veranstaltungen und Qualifizierungsangebote. Die enge Zusammenarbeit soll den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Wirtschaft und Gesellschaft stärken, wissenschaftsbasierte Gründungen forcieren sowie dazu beitragen, Fachkräfte auszubilden und die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Merseburg für Studierende, Forschende und Beschäftigte weiter zu erhöhen.


Willingmann betonte: „CTC steht für Zukunft. Von Merseburg werden künftig starke Impulse für den Umbau der fossil geprägten Chemieindustrie zur nachhaltigen, ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft ausgehen. Ein Katalysator dafür ist die enge Zusammenarbeit zwischen dem zukunftsweisenden Großforschungszentrum und der seit jeher sehr praxisorientierten Hochschule. Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung und der Bezug der ersten CTC-Büros auf dem Merseburger Campus geben diesem Zukunftsprojekt deutlich Rückenwind!“


Der Aufbau des CTC im Mitteldeutschen Revier wird vom Bund, dem Freistaat Sachsen und dem Land Sachsen-Anhalt bis 2038 mit bis zu 1,1 Milliarden Euro gefördert, um den Strukturwandel in der Kohleregion voranzubringen; bis zu 330 Millionen Euro davon fließen nach Sachsen-Anhalt. Es ist das erste deutsche Großforschungszentrum, das sich der Kreislaufwirtschaft in der Chemie widmet. Ziel ist es, die Transformation der chemischen Industrie voranzutreiben. Das CTC wird im nordsächsischen Delitzsch (Hauptsitz) und in Merseburg entstehen.


An beiden Standorten sollen bis 2038 insgesamt bis zu 1.000 Forschende arbeiten, davon 300 in Merseburg. Dort wird bis voraussichtlich 2031 auf dem Hochschul-Campus ein modernes Forschungsgebäude entstehen. Im CTC soll an zwei visionären „Moonshots“ für die Chemie gearbeitet werden: dem vollständig recycelbaren Auto (Delitzsch) und dem hochautomatisierten Pharma-Labor Labor (Merseburg).

Willingmann unterstrich: „Das CTC gehört zu den stärksten Zukunftsprojekten für die Chemieregion Leuna-Merseburg und den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier. Es wird dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Chemieindustrie auf dem Weg zur Klimaneutralität zu sichern. Viele Unternehmen dieser Schlüsselbranche bei uns im Lande stehen heute unter Druck. Kurzfristig durch hohe Energiekosten, langfristig eben auch, weil sie ihren Ausstoß von Treibhausgasen massiv senken müssen. Vor dem Hintergrund hilft es nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Es gilt jetzt, in Innovation zu investieren. Das Land wird die notwendigen Transformationsprozesse über das CTC unterstützen, damit wir auch in zehn, zwanzig Jahren eine moderne Chemieindustrie haben, die sich weiter durch hohe Wertschöpfung und gut bezahlte Arbeitsplätze auszeichnet. Mit dem CTC entsteht im Weiteren ein neuer Leuchtturm für Spitzenforschung und Technologietransfer in Mitteldeutschland. Das CTC wird insoweit auch den Wissenschaftsstandort Sachsen-Anhalt ganz erheblich bereichern.“

Quelle: MWU