Ministerpräsident Sven Schulze: „Der Strukturwandel im Süden Sachsen-Anhalts ist mehr als ein wirtschaftliches Projekt – er ist ein gemeinschaftlicher Aufbruch. Bis 2038 schaffen wir die Grundlage für nachhaltige Wertschöpfung und gute Lebensbedingungen. Entscheidend sind dabei die Menschen vor Ort: Unternehmerinnen und Unternehmer, Kommunen und engagierte Bürgerinnen und Bürger, die mit Ideen, Mut und Tatkraft ihre Region neugestalten. Ich freue mich, diesen Weg gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu gehen.“
Die Veranstaltung „Wandel regional spüren. Bilanz, Perspektiven und Handlungsfelder – Strukturwandel im Dialog“, die von der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur ausgerichtet wird, beginnt um 9.00 Uhr im Bürgerhaus Hohenmölsen, Dr.-W.-Friedrich-Straße 2, 06679 Hohenmölsen, und ist eingebettet in Aktionswochen, die die Akteurinnen und Akteure im Strukturwandel gemeinsam gestalten. Ziel ist zu zeigen, wo Strukturwandel greift und welche Akzente in den vier Handlungsfeldern „Wirtschaft und Innovation“, „Energiewirtschaft und Umwelt“, „Bildung und Fachkräftesicherung“ sowie „Attraktivität des Reviers“ gesetzt werden. Hierzu trägt auch der „Markt der Möglichkeiten“ bei, eine Präsentation, bei der Projektträger ihre Arbeiten und ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren.
Die Bundesregierung stellt für den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier allein in Sachsen-Anhalt 4,8 Milliarden Euro zur Verfügung. Während im sogenannten Bundesarm rund 3,2 Mrd. Euro für Vorhaben von Bund und Land vorgesehen sind, erfolgt im 1,6 Mrd. Euro umfassenden Landesarm die Projektauswahl ausschließlich durch das Land beziehungsweise die fünf Reviergebietskörperschaften. Hiervon wurden bereits über eine Milliarde Bundesmittel für neue Vorhaben bewilligt, davon allein im Jahr 2025 rund 511 Mio. Euro. Dies unterstreicht die zunehmende Dynamik im Strukturwandelprozess, von Ideen zu konkreten Projekten.
Wie viel sich in den Revierkommunen im Burgenlandkreis, in Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld, der Stadt Halle (Saale) und dem Saalkreis bewegt, zeigt vor allem aber ein Blick auf den Kalender im März: In Halle, Zeitz und Merseburg werden drei Maker- & EducationLabs für das Projekt „Innovationsregion für die digitale Transformation von Pflege und Gesundheitsversorgung“ (TPG) eröffnet. Kernthema des Vorhabens ist die Digitalisierung als Schlüssel für Gesundheitsversorgung und Pflege. Mit den Maker- und EducationLAB’s entstehen Experimentier- und Erlebnisräume für digitale assistive Systeme, die Arbeitsprozesse und Versorgungsfragen in Pflege und Gesundheitsversorgung erleichtern und die Bevölkerung in die Entwicklung interaktiver Technologien einbinden. Gleichzeitig werden die Labore mit regionalen Institutionen wie Hochschulen und Entwicklungsgesellschaften vernetzt.
Im Bereich der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum werden Erfolge sichtbar: Am 10. März werden in Hettstedt und am 25. März in Sangerhausen die Spatenstiche für die Gesundheits- und Notfallzentren REGENT vorgenommen. Das Projekt wird nicht nur die ambulante und notärztliche Versorgung sicherstellen, sondern auch Anlaufstelle für die Fort- und Weiterbildung von Ärzten aus der Region sein und der Erprobung telenotärztlicher Leistungen dienen.
Überregionale Vernetzung ermöglicht ein Auftakttreffen zur vierten Förderrunde des Bundesförderprogramms „Kommunale Modellvorhalben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in der Strukturwandelregion“ (KoMoNa). Das Programm präsentiert sich zudem beim „Markt der Möglichkeiten“ in Hohenmölsen.
Im Burgenlandkreis wird an der A9/B91 am 13. März feierlich der Bescheid für die Entwicklung des Interkommunalen Gewerbegebietes überreicht. Das neue, nachhaltig und klimafreundlich konzipierte Areal umfasst rund 300 Hektar und eröffnet Perspektiven für etwa 6.000 neue Arbeitsplätze. Die Energieversorgung soll vollständig aus erneuerbaren Quellen erfolgen und unterstreicht damit den konsequent nachhaltigen Ansatz des Projekts. Eine unmittelbar angrenzende Schienentrasse gewährleistet zudem eine leistungsfähige und umweltfreundliche Anbindung für Ver- und Entsorgungslogistik.
Am 18. März findet in Weißenfels-Leißling ein Agroforst-Feldtag statt, organisiert von den Projekten DiP-SMART-Agroforst und DiP-FaiReStyst. Im Mittelpunkt stehen Agroforstsysteme und Flurgehölze als Bausteine für klimaresiliente Landschaften und regionale Wertschöpfung. Zudem werden rechtliche Rahmenbedingungen sowie Fördermöglichkeiten vorgestellt. Gastgeber sind die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Projekt DiP-SMART-Agroforst), die Hochschule Trier, das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum sowie der Deutsche Verband für Landschaftspflege.
Der Ideenwettbewerb REVIERPIONIER startet 2026 in eine neue Runde. Ab sofort können Bewerbungen um Fördermittel aus dem Erfolgsprojekt „Revierpionier“ eingereicht werden. In vier Wettbewerbskategorien stehen auch in diesem Jahr insgesamt eine Million Euro an Preisgeldern bereit. Teilnehmen können Bürgerinnen und Bürger, Vereine, gemeinnützige Einrichtungen sowie Schulen und Kitas aus den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz und Saalekreis sowie aus der Stadt Halle (Saale).
Weitere Veranstaltungen greifen den Strukturwandel auf und machen ihn anschaulich erlebbar:
- Am 11. März lädt science2public zur Reviervorlesung „Das Revier debattiert“ an die Hochschule Anhalt ein. Im COI in Bernburg steht die Frage „Billig essen – teuer bezahlen? Welches Essen können und wollen wir uns leisten?“ im Mittelpunkt der Diskussion.
- In Zeitz wird die Ausstellung „Frauen im Strukturwandel: Engagement für die Region“ präsentiert. Verantwortlich zeichnet das Projektbüro des Just Transition Centers (JTC) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Standort Zeitz.
- Bereits am 5. März startet in Berlin das Bootcamp „Scale New Chemistry“. Kooperationspartner sind das Forum Rathenau aus Bitterfeld-Wolfen sowie das DEEP Institute der European School of Management and Technology (ESMT) Berlin. Unter dem Leitgedanken „Kohlenstoff neu denken“ vernetzt das Format Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik. Technologiereife Deep-Tech-Start-ups stellen sich dabei den Herausforderungen chemisch-technischer Fragestellungen regionaler Unternehmen und zeigen, wie Unternehmergeist und industrielle Infrastruktur wirkungsvoll zusammenwirken können.
Begleitet werden die Aktionswochen von einer Plakatkampagne, die vom 6. bis 16. März auf Großflächen in den Revierlandkreisen zu sehen ist. Vorgestellt werden ausgewählte Projekte und ihre Akteurinnen und Akteure, darunter das AlgaHub der Hochschule Anhalt. Das AlgaHub ist ein Netzwerk aus Unternehmen und Forschungsgruppen der Algentechnologie, das den energetischen Nutzen von Algen erforscht und Anwendungen für Industrie, Nahrungs- und Futtermittelproduktion sowie für Pharma- und Kosmetikprodukte entwickelt.
Übersicht zu den Veranstaltungen der Themenwoche: https://strukturwandel.sachsen-anhalt.de/zukunft-mitgestalten/tabelle
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